Immer mehr Konsumentenkredite werden nicht als klassischer Ratenkredit, sondern als flexibler Kreditrahmen gestaltet. Die Bank richtet dem Kreditnehmer dabei einen Verfügungsrahmen von 2.500 bis 25.000 Euro ein, über den der Kreditnehmer jederzeit und ohne weitere Absprach verfügen kann. Rahmenkredite ähneln in dieser Hinsicht dem klassischen Dispositionskredit, sie sind jedoch oft deutlich billiger.
Verfügungen können vom Kreditnehmer per Überweisung vom Kreditkonto aufs Girokonto der Hausbank vorgenommen werden. Darüber hinaus stellen viele Banken ihren Kunden eine EC- oder Kreditkarte aus, mit der auf das Konto zugegriffen werden kann: Der Kreditrahmen kann durch bargeldlose Zahlungen im Handel ebenso genutzt werden wie durch Barverfügungen am Automaten.
Die Rückzahlung von Rahmenkrediten kann der Kreditnehmer selbst in großem Maße beeinflussen: Banken schreiben in der Regel nur vor, dass 1,5 bis 3 Prozent des in Anspruch genommenen Betrages monatlich getilgt werden müssen. Der Kreditnehmer selbst kann jederzeit und ohne Voranmeldung größere Zahlungen leisten. Nach der Gutschrift auf dem Kreditkonto stehen diese umgehend wieder als Kreditrahmen zur Verfügung. Gegenüber gewöhnlichen Ratenkrediten bieten die flexiblen Kreditrahmen somit deutlich mehr Gestaltungsspielraum.
Rahmenkredite eignen sich sehr gut als Alternative und als Ergänzung zum Dispositionskredit. Sie verstehen sich als klassischer Konsumentenkredit und sehen deshalb keinen bestimmten Verwendungszweck vor: Anschaffungen können aus dem Kreditrahmen ebenso finanziert werden wie finanzielle Engpässe. Als Rahmenkredit konzipiert können Konsumentenkredite deshalb auch dann beantragt werden, wenn kein konkreter Bedarf besteht: Sie ersetzen die eiserne Reserve und stehen jederzeit zur Verfügung.
Immer mehr Banken in Deutschland bieten Rahmenkredite an. Nicht alle Angebote aber sind auch tatsächlich günstig: Die Unterschiede bei den Konditionen der verschiedenen Anbieter fallen groß aus und ein Vergleich lohnt in jedem Fall. Kreditnehmer sollten beachten, dass die Zinssätze von Rahmendarlehen anders als bei klassischen Ratenkrediten in der Regel nicht fix sind, sondern sich im Zeitverlauf ändern können. Ein Zinsanstieg kann bei Inanspruchnahme des Kreditrahmens in größerem Umfang zu erheblichen Belastungen führen.
Mitunter lauern in den Angebotsbedingungen der Banken versteckte Kosten. Dies verwundert kaum, handelt es sich bei Konsumentenkrediten im Revolving-Gewandt doch um ein relativ neues Produkt. Beim Kreditvergleich sollten Verbraucher deshalb genau hinsehen. So sollten Barverfügungen mit einer inkludierten EC- oder Kreditkarte unbedingt an ausreichend vielen Automaten kostenfrei sein. Auch Überweisungen vom Kredit- zum Girokonto sollten nicht mit Gebühren verbunden sein.
Wer neben dem Dispokredit der Hausbank auch noch über einen revolvierenden Konsumentenkredit verfügt, kann sich über ein Höchstmaß an finanzieller Flexibilität freuen. Es sollte allerdings in keinem Fall außer Acht gelassen werden, dass ein zusätzlicher Verfügungsrahmen auch das Risiko von Überschuldung erhöht. Deshalb sollten besonders Verbraucher, die Schwierigkeiten mit einem disziplinierten Umgang mit ihren Ausgaben haben, jede Verfügung gründlich abwägen.
Fazit: Konsumentenkredite im Rahmenkredit-Format sind eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Ratenkrediten und dem Dispokredit der Hausbank. Sie überzeugen durch ein Höchstmaß an Flexibilität und – sofern eine günstige Bank gewählt wird – durch faire Konditionen.