Millionen Bundesbürger leben mit der Last eines negativen Schufaeintrags. Ist die so genannte negative Zahlungshistorie einmal dokumentiert, verweigern die meisten Banken Ratenkredite, weil ihnen das Risiko eines Zahlungsausfalls zu hoch erscheint. Wer trotz eines Negativmerkmals an ein Darlehen kommen möchte, kann allerdings seit einigen Jahren auf einen Kredit ohne Schufa zurückgreifen.
Kredite ohne Schufa werden von einer Handvoll Banken im deutschsprachigen Raum vergeben. Die darlehensgebende Bank prüft bei der Antragstellung nicht die Datenbank der Auskunftei und meldet ihr auch nicht die Kreditaufnahme. Die Kreditvergabe ist so zum einen vollkommen unabhängig von eventuellen Eintragungen, zum anderen erfährt auch die Hausbank nichts von dem Darlehen.
Ein Negativeintrag ist schnell passiert: Ein geplatzter Kredit, eine unbezahlte Handyrechnung oder ein Negativsaldo auf einem gekündigten Girokonto werden umgehend dokumentiert. Einträge bleiben auch nach der Begleichung aller Forderungen noch für einen Zeitraum von drei bis vier Jahren bestehen, so dass ein einmaliger Vorfall die Bonität dauerhaft beschädigt.
Kredite ohne Schufa sind – verglichen mit anderen Darlehen – etwas teurer als andere Darlehen. Die Banken lassen sich damit das höhere Risiko bezahlen. Schufafreie Kredite werden in Deutschland bis zu einer Höhe von 3.500 Euro vergeben. Auch wenn keine Prüfung der Schufaauskunft erfolgt, muss der Kreditnehmer eine ausreichende Bonität vorweisen können.
Dies erfolgt anhand der Selbstauskunft, in der Angaben zu Einkommen und Vermögen sowie zu Verbindlichkeiten und Verpflichtungen gemacht werden. Die Angaben sind hinreichend durch geeignete Dokumente – also Lohnabrechnungen etc. – zu belegen. Kredite ohne Schufa werden nur an Angestellte in unbefristetem Arbeitsverhältnis, nicht aber an Selbständige und Freiberufler vergeben.
Die Darlehen sind als gewöhnliche Ratenkredite konzipiert, die in gleich hohen monatlichen Raten zurückbezahlt werden. In den Monatsraten sind alle Zinsen und Gebühren bereits enthalten. Die Auszahlung kann sowohl per Überweisung auf das Girokonto der Hausbank (oder ein anderes Konto) als auch in bar erfolgen. Die Auszahlung in Bargeld erfolgt über die Post und ist ganz besonders diskret.
Wird ein Darlehen nicht bei der Schufa vermerkt und erfolgt auch keine Auszahlung aufs Girokonto, ist der Kredit keiner dritten Instanz bekannt. Es muss dann nicht befürchtet werden, dass die Hausbank die Kreditlinien kürzt. Deshalb eignen sich schufafreie Kredite unter bestimmten Umständen auch für Verbraucher ohne Negativeintrag bei der Auskunftei.
Kredite ohne Schufa sind nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden. Sie können so zur Finanzierung geplanter oder notwendiger Anschaffungen ebenso genutzt werden wie zum Ausgleich des Girokontos. Gerade der Kontoausgleich ist oft nur mit auskunftsfreien Krediten möglich: Wird der Bank ein Negativeintrag bei der Schufa bekannt, kündigt sie nicht selten den Dispositionskredit und verlangt einen raschen Ausgleich des Kontos.
Wer einen Kredit ohne Schufa benötigt, kann sich an einen Kreditvermittler wenden. Banken werben nicht aktiv damit, dass sie Darlehen ohne Schufa vergeben. Deshalb ist es ratsam, einen erfahrenen Vermittler zu konsultieren, der über die entsprechenden Kontakte verfügt und Kredite ohne Auskunft anbietet.
Der Vermittler sollte bekannt sein und einen seriösen Eindruck vermitteln. Insbesondere dürfen für den Antragsteller ganz unabhängig vom Ausgang der Kreditprüfung keinerlei Kosten anfallen. Zudem sollte die Abwicklung binnen weniger Tage gewährleistet sein.